Wissenswertes über Strumpfbandnattern
Die folgenden Ausführungen stellen lediglich einen Anhaltspunkt dar. Keinesfalls ersetzt dies eine intensive Vorbereitung und Information in Form von Büchern und Gespräche mit Züchtern und zwar vor dem Kauf der Tiere
Wo leben Strumpfbandnattern?
Die gewöhnlich in unseren Terrarien gehaltenen Strumpfbandnattern (Thamnophis spec.) sind, bis auf einige Gebiete im Süden, in ganz Nordamerika, sowie im Süden von Kanada anzutreffen. Sie bevorzugen feuchte Habitate in der Nähe von Flüssen, Seen und Sümpfen.
Wie groß werden Strumpfbandnattern?
Neugeborene Thamnophis sind zwischen 12 und 20 cm groß und wiegen ca. 2-3g. Jungtiere wachsen schnell heran und legen die ersten Monate bei guter Fütterung schnell an Größe und Gewicht zu. Allerdings ist es zu vermeiden, die Tiere zu überfüttern, da dies zu Organschädigungen führen kann und somit unter Umständen eine deutliche Lebensverkürzung bedeutet.
Bei Thamnophis werden die Weibchen deutlich größer als die Männchen. Während man bei einem Männchen von 70-75 cm von der Endgröße ausgehen kann, gibt es durchaus Weibchen die durchaus bis zu 120 cm groß werden können. Die kleinste Thamnophisart stellt Thamnophis exul mit ca 40 cm, die größte Art ist Thamnophis gigas mit bis zu 160 cm. Die in Terrarien gehaltenen Arten bleiben jedoch deutlich kleiner.
Wie gehe ich mit den Tieren um?
Thamnophis sind tagaktive Tiere. Lediglich in den heissen Sommermonaten verlegen unsere Tiere ihre Aktivitäten vermehrt in die Abendstunden. Ansonsten sind die Tiere öfters im Terrarium unterwegs und reagieren sehr aufmerksam auf alles, was sich so im Zimmer tut. Junge Tiere weichen anfangs noch ziemlich scheu zurück, was sich aber mit zunehmenden Alter in immer größere Neugierde umwandelt.
Adulte Tiere sind in der Regel sehr umgänglich, auch wenn sie sich anfangs nur ungern aus dem Terrarium nehmen lassen. Sind sie aber auf der Hand, sind sie in der Regel sehr schnell ruhig. Festes Halten quittieren Thamnophis mit wildem Hin und Herschlagen des Kopfes oder mit dem Versuch sich aus dem Griff herauszuwinden. Deshalb sollte man Thamnophis nicht die Bewegungen vorgeben sondern vielmehr begleiten. Selten kommt es zu richtigen Bissen bei Thamnophis. Bei hektischen Tieren funktioniert es oft, wenn man das Tier mit leichtem Druck am Boden fixiert, bis es sich etwas beruhigt hat und nimmt es dann langsam aus dem Terrarium.
Jungtiere entleeren bei Ergreifen anfangs sehr oft ihre Analdrüsen. Dieses Sekret riecht sehr unangenehm und nachhaltig. Allerdings legen die Tiere dieses Verhalten relativ schnell ab. Manche jedoch verlieren dies ihr Leben lang nicht.
Letztendlich sollte man das Handling der Tiere auf das Nötigste beschränken.
Hier greift der Merksatz: „So wenig wie möglich, so oft wie nötig“
Welches Terrarium brauche ich?
Die Angaben zur Größe des Terrariums gelten hier für eine adulte Zuchtgruppe von 2.1. Für diese Gruppe ist ein Terrarium mit dem Maßen von 100*50*50 angemessen,( größer ist natürlich nicht verkehrt) wobei die Höhe des Terrariums bei Thamnophis eine eher untergeordnete Rolle spielt. Thamnophis gelten nicht als besonders geschickte Kletterer, jedoch werden die Tiere eine Klettermöglichkeit in Form von Ästen und gestalteten Rückwänden sehr gerne annehmen und nutzen.
Aus welchem Material das Terrarium besteht, bleibt jedem selbst überlassen. Viele Halter bauen sich ihre Terrarien aus OSB. Dies hat den Vorteil, dass man die Becken nach eigenen Wünschen bauen und gestalten kann. Bei Glasbecken stehen oftmals nur Standardgrößen zur Verfügung. Sondergrößen werden in der Regel recht teuer.
Weiterhin haben Holzterrarien den Vorteil, dass sie die Temperatur besser halten, was bei Glasterrarien schwieriger ist.
Jungtiere zieht man in kleinen Behältern auf. Hier eignen sich Spinnenwürfel bzw. Terrarien mit einer 30er Kantenlänge für die ersten Monate. Kleine Terrarien haben den Vorteil, dass die Tiere besser ans Futter gehen und sich sicherer fühlen. In zu großen Terrarien werden Jungtiere schnell sehr scheu und verstecken sich. Eine bessere Kontrolle ist ebenfalls ein Vorteil bei kleinen Becken.
Welche Haltungsbedingungen sind notwendig?
Die Temperaturen für diese Schlangen sollten tagsüber in einem Temperaturgefälle zwischen 22°C und 28°C liegen. Lokal darf die Temperatur am Sonnenplatz auch knapp die 30° überschreiten. Nachts reicht eine Absenkung auf Zimmertemperatur. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 45%-55% gut bemessen. Eine höhere Luftfeuchtigkeit kann kurzfristig bei Tieren in der Häutung hilfreich sein, sollte aber keinesfalls dauerhaft zu hoch sein, um Hautkrankheiten der Nattern zu vermeiden.
Die Beleuchtung dient in erster Linie der Simulation des Tag-/Nachtrhythmus. Hierzu leistet eine handelsübliche Leuchtstoffröhre gute Dienste. Zusätzlich zur Leuchtstoffröhre bringt man noch einen Spot ein, wobei dieser möglichst ganz rechts oder links im Becken anzubringen ist. Somit ergibt sich automatisch ein Temperaturgefälle im Becken. Nötigenfalls kann man den Spot über einen Steckdosendimmer laufen lassen, um so die optimalen Werte zu erreichen . Dieses Gefälle gibt den Schlangen die Möglichkeit, sich in verschiedenen Temperaturzonen aufzuhalten. Bei der Installation von technischen Geräten im Terrarium sind diese zu sichern um sicherzustellen dass die Tiere sich nicht daran verbrennen können.
Zur Kontrolle der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit sollte ein Messgerät ( besser ein Digitales) nicht fehlen.
Wie sieht es mit der Einrichtung aus?
Für die Einrichtung eines Terrariums für Strumpfbandnattern ist nicht viel von Nöten. Gewisse Standardgegenstände sollten aber in keinem Terrarium fehlen. Eine Wasserschale in angemessener Größe solle dem Tier bereitgestellt werden. Weiterhin ist es empfehlenswert verschiedene Verstecke in verschiedenen Temperaturzonen anzubieten. Besonders gerne genommen werden hier halbierte Korkröhren, Keramikschalen oder umgedrehte Blumentöpfe und Untersetzer aus Terrakotta sowie halbierte Kokosnüsse. Echte Pflanzen sind nicht nötig, ebenso gut kann man auf Kunstpflanzen zurückgreifen. Einige Klettermöglichkeiten in Form von Ästen oder einer gestalteten Rückwand runden das Paket ab.
Welches Futter brauchen Strumpfbandnattern?
Thamnophis haben ein sehr weit gefächertes Nahrungsspektrum. In der freien Natur fressen sie Fische, Würmer, Mäuse, Schnecken, Amphibien und sogar kleine Vögel. Im Terrarium sind diese Futtervarianten aber meist nur schwer bzw. gar nicht verfügbar.
Als gängigste Nahrung ist hier der Stint zu nennen. Diesen bekommt man, wenn man nur wenige Tiere zu versorgen hat, im Zoohandel, oder bei vielen Tieren über Frostfutterhändler wie www.frostfutter.de.
Weiterhin kann man den Nattern Forelle ( vorsichtig da sehr fettig) oder Rinderherz anbieten. Viele Strumpfbandnattern lassen sich auch an nestjunge Babymäuse gewöhnen.
Bei Jungtieren oder Futterverweigerern bieten sich Tauwürmer an. Diese werden meist sehr gierig angenommen. Allerdings sollten diese nur dazu verwendet werden, um die Tiere überhaupt ans Futter zu bekommen.
Bei ausschließlicher Fütterung mit Frostfisch ( Stint ) ist es unerlässlich, ein Vitamin B1 Präparat hinzu zu füttern. Tiefkühlfisch enthält in erhöhtem Maße das Enzym Thiaminase. Dieses Enzym zerstört das wichtige Vitamin B1 ( Thiamin ) im Körper der Schlange. Ein Mangel dieses Vitamins kann von leichten Koordinationsstörungen bis hin zum Tod der Schlange führen.
Geeignete Präparate sind Korvimin ZVT (gibt’s beim Tierarzt ) oder Reptix Vital der Firma Hobby