Kleine Genetikkunde

 

Nachdem ich immer wieder in diversen Foren Fragen gelesen habe, was wohl bei verschiedenen Verpaarungen an Jungtieren zu erwarten ist, habe ich mich mal dran gemacht und versucht, die Regeln bei den Verpaarungen zu verstehen und zu erlernen. Ich muss sagen, wenn man das Grundprinzip dieser Mendel´schen Regeln verstanden hat, ist es nicht mehr so undurchsichtig wie es einem anfangs erscheint. Jedoch sind meine Ausführungen sehr vereinfacht dargestellt und bilden lediglich den einfachsten Stand dieser sehr viel umfangreicheren Thematik.

Der Phänotyp oder das Erscheinungsbild ist die Summe aller Merkmale eines Individuums.

Der Genotyp oder das Erbbild eines Organismus repräsentiert seine exakte genetische Ausstattung, also den individuellen Satz von Genen, den er im Zellkern in sich trägt.es Organismus repräsentiert seine exakte genetische Ausstattung, also den individuellen Satz von Genen, den er im Zellkern in sich trägt.

Bevor ich anhand von Beispielen versuchen möchte, die Vererbung möglichst einfach darzustellen, möchte ich ein paar Begriffsdefinitionen einbringen, um die Beispiele besser zu verstehen:

het. ( heterozygot ) Heterozygotie ist die Mischerbigkeit in Bezug auf ein genetisches Merkmal. Ein Individuum mit zwei Chromosomensätzen (diploid) ist heterozygot in Bezug auf dieses Merkmal, wenn ein Gen in diesen Chromosomensätzen in zwei verschiedenen Allelen vorliegt. Ist das eine Allel gegenüber dem anderen Allel dominant, dann wird das durch dieses Allel geprägte Merkmal im Phänotyp auftreten. Ist keines der Allele dominant, so wird der Phänotyp einen Mischtyp darstellen. Das Gegenteil der Mischerbigkeit ist die Reinerbigkeit, auch Homozygotie genannt

possible het. ( possible = möglich, möglicherweise ) Bei diesem Zusatz sind die Tiere möglicherweise mischerbig. Anzusehen ist diese Mischerbigkeit den Tieren nicht.

Oft findet man diese Bezeichnung: 66% possible het. Was das bedeutet werde ich anhand des  Beispieles 3 versuchen verständlich zu machen


Beispiel 1:

Wildtyp  X  Wildtyp

Phänotyp: Wildtyp

Genotyp: Wildtyp
  W W
W WW WW
W WW WW


 Beispiel 2:

Wildtyp  X  100% het. Albino

Phänotyp: 100 % Wildtyp

Genotyp: 50 % Wildtyp, 50 %  het Albino
  W W
W WW WW
a Wa Wa

hier ist nicht ersichtlich welche Tiere heterozygot sind und welche nicht. Bezeichnen müsste man dann alle Tiere mit 50% possible het.


Beispiel 3:

100 % het Albino  x  100 % het Albino

Phänotyp: 25 % Albino, 75% Wildtyp

Genotyp: 25 % Albino, 50% het Albino, 25 % Wildtyp

 
  W a
W WW Wa
a Wa aa

Wie aus Genotyp und Phänotyp ersichtlich ist, sind diese Werte nicht gleich. Hier kommt die oben genannte Bezeichnung 66% possible het ins Spiel.

Die Erklärung ist aber relativ einfach: Da 75%  des Wurfes vom Aussehen her ( Phänotyp ) wildfarben sind, vom Genotyp aber 50% het und 25% wildfarben sind, entsteht ein Verhältnis 2:1 bzw. 2/3 der wildfarbenen Tiere sind het. Deshalb lautet die Bezeichnung  aller wildfarbenen 66% possible het.


Beispiel 4:

Albino  X  Wildtyp                                                          

Phänotyp: alle  wildfarben

Genotyp: alle 100% het Albino  
  W W
a Wa Wa
a Wa Wa

 


Beispiel 5:

Albino  X  100% het Albino

Phänotyp: 50% Albino, 50% wildfarben

Genotyp: 50% Albino, 50% het Albino
  W a
a Wa aa
a Wa aa


Beispiel 6:

Albino  X  Albino

Phänotyp: 100 % Albino

Genotyp: 100% Albino
  a a
a aa aa
a aa aa


 

 

 Weiterführend möchte ich folgende Seite vorschlagen, die sehr gut darstellt,

was es mit der Mendel´schen Regel auf sich hat

 Mendel´sche Regeln